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Freitag, 15. August 2008

 

 

August-Special
„Gesundheit von Migranten“

Migranten im deutschen Gesundheitswesen
Nicht grundsätzlich benachteiligt

Über die gesundheitliche Situation von rund einem Fünftel der Bevölkerung war bis-lang wenig bekannt. Die Rede ist von Einwohnern, die zugewandert oder Kinder von Zuwanderern sind. Ein solcher Migrationshintergrund bringt gesundheitliche Risiken, aber auch Chancen mit sich.

„Differenzierte Daten sind wichtig für zielgenaue Maßnahmen zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung“, sagt Bärbel-Maria Kurth, im Robert Koch-Institut Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung. Eine Publikation des RKI zum Thema „Migration und Gesundheit“ belegt, dass Migranten eine sehr heterogene Gruppe sind. Die gesundheitliche Situation kann in Abhängig-keit von Herkunftsland, Geschlecht, Alter und Aufenthaltsdauer variieren.

Die Ursachen für unter Migranten verstärkt auftretende Gesundheitsprobleme, zum Beispiel bestimmte Infektionskrankheiten, Übergewicht oder schlechtes Mundge-sundheitsverhalten, können vielfältig sein. Zum einen gehören Migranten überpropor-tional häufig zu sozial benachteiligten Schichten, deren Gesundheitszustand auch bei Nicht-Migranten schlechter ist. Zum anderen gibt es Unterschiede im Lebensstil, bei den Ernährungsgewohnheiten, bei den Wertmaßstäben, etwa die Auffassung vom kindlichen Übergewicht als Zeichen besonderer Gesundheit.

Aber auch psychosoziale Belastungen durch die Trennung von der Familie oder durch Fremdenfeindlichkeit sind in ihren gesundheitlichen Auswirkungen zu erken-nen. „Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht grundsätzlich gesundheitlich benachteiligt“, betont Bärbel-Maria Kurth. Schützende Faktoren, wie zum Beispiel gesundheitsfördernde soziale Netzwerke, das zum Teil günstigere Stillverhalten von Müttern oder ein kulturell bedingter niedrigerer Alkoholkonsum wirken sich positiv auf die Gesundheit der Mitbürger mit Migrationshintergrund aus.

 
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