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Montag, 05. Oktober 2009


Höhenklima ist gesund

Alpenbewohner sterben seltener an Herzinfarkt und Schlaganfall

Menschen, die in luftiger Höhe leben, sterben seltener an Herz-Kreislauferkrankungen als Flachländer. Das ergab eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich.

Flachländer sind im Nachteil

Schweizer Forscher um David Fäh konnten erstmals anhand einer großen Allgemeinbevölkerung nachweisen: Pro 1.000 zusätzlichen Höhenmetern beim Wohnort sinkt das Risiko, an Herzinfarkt und Schlaganfall zu sterben um 22 bzw. 12 Prozent. Es überrascht, dass Menschen die nicht nur auf großer Höhe leben, sondern auch dort geboren sind einen zusätzlichen Überlebensvorteil haben. Menschen deren Geburtsort tiefer liegt als der Wohnort haben eher einen Überlebensnachteil. "Wer also im Engadin zur Welt gekommen ist und auch dort lebt, hat ein geringeres Herz-Kreislauf-Sterberisiko als ein Zuzügler aus dem Unterland", sagt Fäh. "Und im Engadin Geborene, die nachher in tieferen Lagen leben, behalten einen Teil des schützenden Höheneffekts." Der unabhängige Einfluss der Höhe des Geburtsorts weist darauf hin, dass es eine Rolle spielt, wie lange und in welcher Lebensphase jemand einer bestimmten Meereshöhe ausgesetzt war.

Breite Datenbasis

Die Untersuchung basiert auf Daten von 1,64 Millionen Schweizern, die in der National Swiss Cohort über einen Zeitraum von zehn Jahren aufgenommen wurden. Dabei handelt es sich um eine soziodemographische Langzeitstudie in der Schweiz. Die Forscher erfassten Menschen im Alter von 40 bis 84 Jahren, die in Höhen zwischen 259 bis 1960 Metern leben.

Kaum Unterschiede bei Risikofaktoren

Allerdings sind in der Studie die klassischen Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen nicht erfasst. Die Forscher wissen aber aus anderen Befragungen, dass die Bergbewohner ungefähr genauso viel rauchen, ähnlich häufig übergewichtig sind und sich auch nicht mehr bewegen oder gesünder ernähren als die Flachländer. "Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass diese klassischen Risikofaktoren für die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Meereshöhen verantwortlich sind", sagt David Fäh. Wahrscheinlicher ist eine schützende Wirkung auf Herz und Gefässe durch Anpassungen des Körpers an die Höhe und günstigere klimatische Faktoren in der Höhe wie Luftqualität und Sonnenstrahlung.
"Wer dem oft vernebelten Unterland den Rücken kehrt und in sonnige Höhen zieht, tut also nicht nur etwas für seine Seele, sondern womöglich auch für sein Herz", sagt Fäh.

Quelle: Redaktion apotheken.de - Von: Judith Kaiser; Bild: iStockphoto

 

 
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