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Sonntag, 14. September 2008

 

 

Soja für Säuglinge?
Pflanzliche Eiweiße kein Ersatz für Milchprodukte

Wenn eine Mutter ihren Säugling nicht stillen kann, greift sie gerne auf entsprechende sojahaltige Säuglingsanfangsnahrung aus dem Drogerie- oder Supermarktregal zurück. Doch die Gabe von Sojamilchprodukten an Säuglinge ist durchaus mit Risiken behaftet. So warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Sojanahrung für Säuglinge sollte nur nach ärztlicher Empfehlung gegeben werden!“

Solche medizinische Gründe sind laut BfR zum Beispiel die seltenen Fälle von angeborenem vererbtem Laktasemangel und die ebenfalls seltene Stoffwechselstörung Galaktosämie. Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) sei dagegen in der Regel kein Grund, laktosefreie Soja-Säuglingsnahrung zu verwenden. Auch Säuglingen mit Kuhmilchallergie – so empfiehlt die Ernährungskommission – sollte zumindest bei Behandlungsbeginn keine Sojanahrung gegeben werden. Gegebenenfalls können in solchen Fällen sogenannte speziell aufbereitete Eiweißhydrolysate verwendet werden. Sojaeiweiße dagegen können allergische Reaktionen auslösen und beugen also – entgegen manchen Annahmen – allergischen Erkrankungen keineswegs vor.

Soja enthält sogenannte Phytoöstrogene, die in ihrer Struktur und Wirkung dem weiblichen Geschlechtshormon Östradiol ähnelten, erklärte Prof. Sabine Kulling von der Universität Potsdam. Zwar besäßen diese hormonähnlichen Stoffe in geringen Mengen und in Abhängigkeit von der Lebensphase durchaus gesundheitsfördernde Eigenschaften. Sie könnten sich jedoch auch negativ bemerkbar machen, wenn Sojaprodukte einen großen Anteil in der Ernährung ausmachten oder wenn sie in isolierter Form aufgenommen würden.

Quelle: www.apotheken.de

 

 
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