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Montag, 03. Januar 2011

Frühe Epilepsie und Sterblichkeit
Erkrankung im Kindesalter erhöht Risiko

Bei Epilepsie geraten Nervenzellen im Gehirn außer Kontrolle. Dadurch werden die Muskeln der Patienten übererregt: Sie verkrampfen und beginnen zu zucken. Viele verlieren im Anfall sogar ihr Bewusstsein. Solche Anfälle können tödlich sein. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem dann, wenn die Erkrankung schon im Kindesalter auftritt. Das berichten finnische Forscher in einer aktuellen Studie.

Epilepsie und plötzlicher Tod

Das Team um Shlomo Shinnar untersuchte Daten von 245 Patienten. Bei ihnen diagnostizierten Ärzte im Jahre 1964 erstmals eine Epilepsie. Zu diesem Zeitpunkt waren die Betroffenen noch Kinder. 40 Jahre lang – bis ins spätere Erwachsenenalter – verfolgten die Ärzte deren Schicksal. 60 Patienten starben in dieser Zeit. Die Frage, die die Forscher nun interessierte: War ein epileptischer Anfall für den Tod verantwortlich? Um dies zu beantworten, analysierten sie die Krankengeschichten und Autopsieberichte der verstorbenen Patienten. Bei 33 von ihnen stand die Todesursache im indirekten Zusammenhang mit einer Epilepsie. Bei weiteren 18 Patienten hingegen führte ein epileptischer Anfall direkt zum plötzlichen Tod. Manche von ihnen ertranken auch in Folge des Anfalls.

Fünffach erhöhtes Risiko

Die Epilepsiepatienten hatten insgesamt ein fünffach höheres Risiko, eines unerwarteten Todes zu sterben als der Rest der finnischen Bevölkerung. Das betraf vor allem symptomatische Epileptiker, also Patienten, bei denen eine bestehende Hirnschädigung die Anfälle verursacht. Für solche Patienten könnte es lebensrettend sein, wenn Ärzte rechtzeitig chirurgisch eingreifen und die Epilepsieursache ausschalten. Das könne für längere Anfallsfreiheit sorgen und Patienten so vor einem plötzlichen Tod bewahren.

Quelle: apotheken.de - Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek; Bild: eyezoom1000/ Fotolia
Letzte Aktualisierung ( Montag, 10. Januar 2011 )
 
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