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Mittwoch, 07. Mai 2008

Osteoporose als Folge einer Hypertoniebehandlung?

Schleifendiuretika sind eine feste Größe in der Bluthochdrucktherapie und werden auch bei Herzinsuffizienz oft verordnet. Die durch sie vermittelte blutdrucksenkende Wirkung könnte langfristig zu Lasten der Knochendichte gehen, wie eine kürzlich veröffentlichte Kohortenstudie nahe legt.
In die von Lionel Lim und Kollegen durchgeführte Studie waren 3269 männliche Senioren (Durchschnittsalter: 72,2 Jahre) eingeschlossen. Im Abstand von knapp fünf Jahren wurde bei ihnen zwei Mal die Knochendichte gemessen. Die ermittelten Werte wurden dann mit Angaben zum Gebrauch von Schleifendiuretika in Bezug gesetzt. Hintergrund hierfür war die Annahme, dass Schleifendiuretika aufgrund der durch sie vermittelten Steigerung der Calciumausscheidung einen negativen Effekt auf die Knochenmineralisation haben könnten. Hinweise hierfür lieferten frühere Studien, in denen Schleifendiuretika mit einer erhöhten Knochenbruchrate assoziiert waren. Eine entsprechende Assoziation fand sich auch in der aktuellen Studie: 84 Männern hatten angegeben, kontinuierlich Schleifendiuretika einzunehmen, weitere 181 Männer standen zeitweise unter einer Therapie mit den Wirkstoffen. Sie alle wiesen verglichen mit den Studienteilnehmern, die nie Schleifendiuretika eingenommen hatten, einen beschleunigten Knochenabbau auf. Bei den Daueranwendern nahm die Knochenmasse an der Hüfte pro Jahr 0,78 Prozent ab, bei zeitweise Anwendung der Schleifendiuretika waren es durchschnittlich 0,58 Prozent, bei Nichtanwendung lag die Abnahme nur bei 0,33 Prozent. Lim betont, dass das Ergebnis auch auf andere Einflussfaktoren zurückzuführen sein könnte - allerdings sei der Zusammenhang in Anbetracht der Wirkungsweise der Schleifendiuretika plausibel.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Bild Quelle: Datenbank Apotheken.de

 

Reizstrom im Gemüsebeet

Geraten Pflanzen durch veränderte äußere Einflüsse unter Stress, fahren sie automatisch die Produktion angepasster Schutzstoffe hoch. Mit Hilfe eines elektrischen Feldes lässt sich die Ausbeute der speziellen Substanzen erhöhen, erklären amerikanische Wissenschaftler und testeten ihre Theorie erfolgreich an Erbsengewächsen.

Ein steigender Anteil von UV-Strahlung im Sonnenlicht, Schwermetallionen oder Infektionen mit Bakterien und Pilzen können in Gewächsen die Bildung sekundärer Pflanzeninhaltstoffe ankurbeln. Züchter versuchen seit langem, diese Reaktion der Pflanze für sich nutzbar zu machen. Problematisch ist dabei jedoch, dass einige Auslöser zur Produktion der natürlichen Abwehrstoffe auf Dauer toxisch für die Pflanze sind und zudem einen Gewöhnungseffekt hervorrufen können. Wissenschaftler der Universität von Arizona untersuchten jetzt den Einfluss von elektrischem Strom auf Nutzpflanzen. Dabei stellte sich heraus, dass bereits wenige Milliampere über drei Stunden genügen, um in Erbsengewächsen die Produktion eines natürlichen Antipilzmittels auf das 13-fache zu erhöhen. Im Gegensatz zu Schwermetallionen, die bei den Pflanzen die gleiche Reaktion hervorrufen, sorgte der schwache Gleichstrom für eine schonende Quantitätssteigerung. Auch in Hirse, einigen Kleearten und Kichererbsen ließen sich bei der Begegnung mit Elektrizität vermehrt Schutzsubstanzen nachweisen. Welche genauen Mechanismen diesem Effekt zu Grunde liegen, ist noch nicht geklärt, doch scheint der Strom eine allgemeine Stressantwort zu provozieren und ist im Gegensatz zu anderen Auslösern bei vielen Pflanzenarten wirksam.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Bild Quelle: Datenbank Apotheken.de



Chemische Tarnkappe schützt vor Insektenstichen


DEET-haltige Sprays gelten als Repellents, da sie Insekten fernhalten. Jetzt stellte sich heraus, dass DEET auf Insekten nicht etwa abstoßend wirkt, sondern ihre Orientierung durch den Geruchssinn lahmlegt.

DEET (N,N-Diethyl-m-toluamid) gehört zu den gängigsten Substanzen in Insektenschutzsprays, es verhindert, dass Stechmücken durch den Körpergeruch angelockt werden. Auch Taufliegen (Drosophila) werden in Verhaltensstudien durch DEET von duftenden Futterquellen abgehalten. Umso mehr überraschte, dass diese Insekten DEET offenbar nicht als Geruchsstoff wahrnehmen und entsprechend durch die Substanz allein nicht vertrieben werden. Elektrophysiologischen Experimente deuten auf einen anderen Wirkungsmechanisus: In für Insektensprays gängigen Konzentrationen hemmt DEET die Erregung verschiedener Geruchsrezeptoren, nicht nur bei Insekten, sondern auch bei Ratten und Mäusen. Bezeichnenderweise gilt dies auch für einen Geruchsrezeptor der Stechmücke Anopheles, der mit 1-Octen3-ol einen Bestandteil der Atemluft registriert. Offenbar wirkt DEET also weder übelriechend noch abstoßend, sondern stört den Geruchssinn der Insekten. Dadurch nehmen sie Körpergerüche wie Schweiß oder Atemluft nicht mehr wahr und verlieren auf der Suche nach Nahrungsquellen die Orientierung.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Bild Quelle: Datenbank Apotheken.de



Gene halten den Blutdruck niedrig

Trotz gleichen Lebensstils erkrankt ein Mensch an Bluthochdruck, der andere nicht. Wieder einmal entscheiden dies die Gene. Forscher haben herausgefunden, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung ein Gen besitzt, das sie vor Bluthochdruck schützt.

Bartter- und Gitelman-Syndrom sind zwei sehr seltene autosomal-rezessiv vererbte Erkrankungen, die sich nur dann manifestieren, wenn die mutierten Allele in homozygoter Form vorliegen. Beide Erkrankungen führen zu einer Störung im Säure-Basen-Haushalt (Alkalose) mit der Folge von renalen Salzverlusten und häufig erniedrigtem Blutdruck.
Richard Lifton von der Yale Universität und sein Team fanden heraus, dass heterozygote Merkmalsträger häufiger vorkommen als vermutet. Einer von 64 untersuchten Probanden besaß eine Mutation auf einem der drei verantwortlichen Gene (NKCC2, ROMK, SLC12A3), war jedoch nicht an einem Bartter- oder Gitelmann-Syndrom erkrankt. Diese Personen hatten jedoch in der Regel einen niedrigen Blutdruck und ein um 60 Prozent niedrigeres Risiko, Bluthochdruck zu bekommen.
Da sich bei den meisten Patienten keine Ursache für Bluthochdruck finden lässt, wollen die Forscher jetzt noch weitere seltene Erbkrankheiten untersuchen, ob diese den Blutdruck beeinflussen.

 

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Bild Quelle: Datenbank Apotheken.de


 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 23. Juli 2008 )
 
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