
Was Katzen mit Schizophrenie zu tun haben
Dass Schizophrenie-Patienten auffällig häufig Antikörper gegen Toxoplasma gondii besitzen, und dass dieser Zusammenhang besonders deutlich ist, wenn die Infektion vor dem Auftreten der Schizophrenie erfolgte, konnte Robert Yolken von der Johns Hopkins University in seiner aktuellen Studie zeigen.
Toxoplasma gondii ist ein Parasit, der im Darm von Katzen lebt und über deren Kot auf andere Tiere und den Menschen übertragen werden kann. Die Infektion verläuft meist unbemerkt, Parasitenzellen können jedoch lebenslang im Körper überdauern.
Yolken untersuchte nun konservierte Blutproben von 180 an schwerer Schizophrenie erkrankten Militärangehörigen. Demnach waren 13 Patienten bereits vor der Schizophrenie-Diagnose an Toxoplasmose erkrankt und wiesen Antikörper im Blut auf. Bei gesunden Militärangehörigen dagegen konnte diese Infektion bei nur fünf Prozent festgestellt werden. Die Forscher gehen davon aus, dass die Infektion mit Toxoplasma gondii das Risiko für Schizophrenie um ein Viertel erhöht, wenn sie vor dem Ausbruch der Schizophrenie erfolgte.
Warum der Parasit eine Schizophrenie begünstigt, ist noch unklar. Ungeachtet dessen wollen Yolken und Kollegen den Einsatz hoch dosierter Wirkstoffe gegen den Parasiten auf den Zustand der Patienten testen.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
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Erbgut bei eineiigen Zwillingen nicht identisch
Entgegen der bislang anerkannten Theorie, dass eineiige Zwillinge ein identisches Erbgut haben, konnten Forscher nun doch Unterschiede entdecken. Diese entstehen wahrscheinlich im Laufe des Lebens durch fehlerhaftes Kopieren des Erbgutes bei der Zellteilung.
Nicht nur beeinflusst durch die Umwelt entwickeln sich eineiige Geschwisterpaare unterschiedlich, sondern auch, weil sie sich "genetisch auseinander entwickeln". Das ursprünglich identische Erbgut unterliegt im Laufe des Lebens unterschiedlichen Veränderungen, die bei der Zellteilung entstehen. Dabei werden Chromosomenteile "vergessen" oder bestimmte Abschnitte des Erbgutes mehrmals kopiert. Offenbar geschieht dies häufiger als lange angenommen. So zeigte Carl Bruder, Universität von Alabama, an 19 Zwillingspaaren, dass alle unterschiedliche Veränderungen im Erbgut aufwiesen und damit nicht mehr genetisch identisch waren. Die Erkenntnis bietet laut Bruder eine neue Möglichkeit, für Krankheiten verantwortliche Gene zu identifizieren. Leidet nur einer der Zwillinge an einer Krankheit, so liegt deren Ursprung mit großer Wahrscheinlichkeit in einer bestimmten Abweichung in seinem Erbgut.
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Neuer Ansatz zur Therapie von Haarausfall
Einem internationalen Forschungsteam ist es gelungen, ein Gen zu identifizieren, das für eine seltene erbliche Form des Haarausfalls verantwortlich ist. Dabei fanden sie auch einen für das Haarwachstum spezifischen Rezeptor.
Ursache für die seltene Haarausfallform Hypotrichosis simplex ist ein Gendefekt. Er bewirkt, dass bestimmte Rezeptoren auf der Oberfläche von Haarfollikelzellen nicht mehr korrekt gebildet werden. Binden Botenstoffe an diese Rezeptoren, setzen sie im Zellinnern eine Kettenreaktion in Gang, die offensichtlich zur normalen Funktion des Haarfollikels notwendig ist. Bisher war kein Rezeptor bekannt, der eine spezifische Rolle für das Haarwachstum spielt. Die gute Nachricht: Die defekte Empfängerstruktur zählt zur Klasse der G-Protein gekoppelten Rezeptoren, die sich gut als Angriffspunkte für Medikamente eignen. Die Forscher konnten auch einen körpereigenen Botenstoff identifizieren, der im Haarfollikel an den Rezeptor bindet. Damit ergeben sich Chancen für die Entwicklung neuer Wirkstoffe.
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