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Montag, 21. September 2009

Ärzte warnen vor Klimawandel

Ungebremster Kohlendioxid-Ausstoß als größte globale Gesundheitsbedrohung

Mediziner aus rund einem Dutzend Ländern fordern die internationale Staatengemeinschaft zu einem energischen Kampf gegen den Klimawandel auf. Sie warnen vor einem Scheitern der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember. Wenn es nicht möglich sei, sich auf eine radikale Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes zu einigen, drohe eine globale Gesundheitskatastrophe. Die Präsidenten von 18 medizinischen Hochschulen veröffentlichten ihren Aufruf in den Fachzeitschriften "British Medical Journal" und "The Lancet".  Dort schreiben die Ärzte: "Es besteht eine große Gefahr, dass Politiker unentschlossen sind, besonders in ökonomisch turbulenten Zeiten wie diesen."

Die Risiken tragen alle

Dass die Temperaturen steigen und ein Klimawandel durch Kohlendioxid-Ausstoß vorangetrieben wird, ist kaum mehr umstritten. Die möglichen gesundheitlichen Folgen sind bekannt. Dürre und Trockenheit können Hungersnöte auslösen. Nach Überschwemmungen sind Cholera-Epidemien wahrscheinlich und außerdem die Verbreitung von gefährlichen Krankheiten durch Stechmücken in Regionen, wo diese bisher nicht vorkamen.

Ein großes Hindernis für schnelle Gegenmaßnahmen könnte das Gleichberechtigungsargument sein: Wenn die reichen Länder das Problem verursacht haben, warum sollten die armen Länder dafür bezahlen, damit es wieder beseitigt wird?  Eine globale Vereinbarung wird daher nur zustande kommen, wenn reiche Staaten mit eigenen Maßnahmen vorangehen und finanzielle und technische Hilfestellung für arme Länder zur Verfügung stellen. Darum soll es in der dänischen Hauptstadt beim Weltklimagipfel vom 7. bis 18. Dezember gehen. Ein Nachfolgeabkommen soll das Kyoto-Protokoll ablösen, das 2012 ausläuft. Erstmals sollen sich daran auch die USA sowie Schwellen- und Entwicklungsländer beteiligen.

Klimaschutz für die Gesundheit


Die Ärzte fordern, dass Politiker sich an den Fakten orientieren und sich nicht aus Angst vor ihren Wählern vor konsequenten Maßnahmen scheuen. Dr. Fiona Godlee vom Britisch Medical Journal (BMJ) sagt dazu: „Mediziner stehen nicht unter dieser Art von Druck. Im Gegenteil, wir tragen Verantwortung als Gesundheitsexperten die Menschen zu warnen, wie schlecht sich die Dinge entwickeln werden, wenn wir jetzt nicht handeln. Doch wir haben auch eine positive Nachricht – was das Klima schont, ist auch gut für die Gesundheit."

Links:

    Der Brief zum Klimawandel ist im British Medical Journal veröffentlicht.

Quelle: apotheken.de - Von: Susanne Kemmer; Bild: Ralf Hasemann/Fotolia
Letzte Aktualisierung ( Montag, 28. September 2009 )
 
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