| |
|
|
News aus dem Gesundheitswesen |
|
|
|
Freitag, 28. November 2008 |
Pflegekräfte: 70.000 zu wenig in Krankenhäusern
In den deutschen Krankenhäusern fehlen ca. 70.000 Vollzeitkräfte im Pflegedienst. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Fachhochschule Hannover (FHH). Obwohl die Zahl der Krankenhauspatienten seit Jahrzehnten kontinuierlich steigt, wurden seit Mitte der neunziger Jahre in erheblichem Umfang Stellen im Pflegedienst der Krankenhäuser abgebaut. Immer weniger Pflegekräfte müssen immer mehr Patienten versorgen. Wie der Autor der Studie betont, belegen zahlreiche internationale Studien, dass eine Unterbesetzung im Pflegedienst das Risiko für Krankenhauspatienten erhöht, eine schwere Komplikation zu erleiden und daran unter Umständen sogar zu sterben.
Quelle: Apotheker Zeitung
Beschäftigte: Krankheitstage werden weniger
Seit Jahren gehen die Fehlzeiten in den Betrieben stetig zurück: Wurde 1997 noch jeder Arbeitnehmer durchschnittlich rund 18,5 Kalendertage im Jahr krankgeschrieben, so sind es 2007 nur 16,4 Tage. Das geht aus dem Fehlzeiten-Report 2008 hervor, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) veröffentlicht hat. Danach sind die gesunkenen Krankenstände auf Veränderungen in der Beschäftigtenstruktur, Fortschritte in der Medizin und eine verbesserte Gesundheitsvorsorge in den Betrieben zurückzuführen. Durch betriebliche Gesundheitsförderung können nach Ansicht des WIdO nicht nur krankheitsbedingte Ausfallzeiten reduziert, sondern auch die Produktivität und die Kundenzufriedenheit erhöht werden.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Landessozialgericht: Große Brüste sind keine Krankheit
Große Brüste sind keine Krankheit - daher müssten Krankenkassen die Kosten für eine Brustverkleinerung in der Regel nicht übernehmen, entschied das Hessische Landessozialgericht. Nur wenn ein großer Busen entstellend wirke, müsse die Kasse für den Eingriff aufkommen. Die Sozialrichter wiesen damit die Klage einer Frau ab, die argumentierte, sie habe wegen ihrer großen Brüste orthopädische und psychische Beschwerden.. Es sei wissenschaftlich nicht nachgewiesen, dass sich eine Brustverkleinerung positiv auf orthopädische Beschwerden auswirke, so das Gericht. Erfolgversprechend sei es hingegen, wenn die Klägerin abnehme und Muskeln aufbaue.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Zahnversicherung: Nur 3 von 140 Tarifen „Sehr gut“
Privatpolicen für Zahnersatz sind zum Verkaufsschlager der privaten Krankenversicherer geworden. Doch viele Angebote bieten nur „ausreichende“ oder allenfalls „befriedigende“ Leistungen. Bei einem Test der Zeitschrift Finanztest bekamen nur 3 von rund 140 Tarifen das Urteil „Sehr gut“. Oft merkt der Patient erst im Leistungsfall, dass sein Versicherer viel weniger zahlt als erwartet. Die Verträge sind kompliziert und undurchsichtig. Dennoch lohnt sich eine private Zusatzversicherung, denn sie übernimmt einen Teil der Kosten, die noch beim Patienten verbleiben, nachdem die gesetzliche Kasse gezahlt hat. Am wichtigsten sind dabei die Zuschüsse zum Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantate. Hier zahlen die Krankenkassen nur noch einen Festzuschuss.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Mukoviszidose: Neues Internetportal gibt Tipps
Warum muss ich soviel Zeit mit meinen Therapien verbringen? Kann ich in den Urlaub fliegen? Welche Berufe kann ich später einmal ausüben? Es gibt viele Fragen, mit denen sich Jugendliche, die seit ihrer Geburt an der angeborenen Erkrankung Mukoviszidose leiden, auseinandersetzen müssen. Antworten, Tipps und ausführliche Informationen finden sie seit November 2008 im Internetportal www.mukoteens.de des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. In einem Internet-Forum können sie sich mit anderen erkrankten Jugendlichen austauschen und Fragen an das Heidelberger Behandlungsteam stellen. Auch Themen wie Sexualität, Partnerschaft und Kinderwunsch werden aufgegriffen.
In Deutschland kommen jedes Jahr ungefähr 300 Kinder mit der angeborenen Erkrankung Mukoviszidose zur Welt, mehr als 8.000 Betroffene aller Altersstufen sind es insgesamt. Bei der Stoffwechselerkrankung verstopfen zähflüssige Sekrete Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm und Gallenwege und erschweren Atmung und Verdauung. So kommt es z.B. durch den zähen Schleim in den Bronchien zu chronischem Husten und häufig wiederkehrenden Lungenentzündungen. Die Mukoviszidose ist nicht heilbar, die Lebenserwartung der Patienten hat sich jedoch in den letzten Jahren durch effektive Behandlung der Komplikationen ständig erhöht.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Medizin
Zahn-TÜV: Regelmäßige Vorsorge spart Geld
Wer keine teuren Überraschungen in Sachen Zahnersatz erleben möchte, sollte bis zum Jahresende einen Termin beim Zahnarzt vereinbaren, rät die DAK. Die Vorsorgeuntersuchung ist kostenlos - eine Praxisgebühr wird erst fällig, wenn der Zahnarzt eine Behandlung anschließt. Der Aufwand für die jährliche Kontrolle lohnt sich: Der jeweilige Festzuschuss zum Zahnersatz von 50 Prozent erhöht sich um 20 Prozent, wenn im Bonusheft für die vergangenen fünf Jahre jeweils ein Zahncheck nachgewiesen wurde. Bei zehn Jahren regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen steigt der Zuschuss um 30 Prozent. Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren müssen einmal pro Halbjahr ihre Zähne untersuchen lassen.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Rückenschmerzen: Viele verzichten auf Arztbesuch
Zwei Drittel der Bundesbürger leiden unter Rückenschmerzen – vor zehn Jahren war es „nur“ die Hälfte (1998: 53 Prozent; 2008: 67 Prozent). Das geht aus den aktuellen Ergebnissen der Langzeitstudie des BKK Bundesverbandes hervor, die TNS Healthcare im April/Mai dieses Jahres durchgeführt hat. Besonders stark angestiegen ist die Zahl derjenigen mit chronischen Beschwerden: Im Vergleich zum Jahr 1998 hat sich ihre Zahl verdoppelt (von 17 auf 30 Prozent). Allerdings verzichten immer mehr Rückenschmerzbetroffene auf einen Arztbesuch. Gaben 1998 noch 57 Prozent an, wegen ihrer Rückenschmerzen einen Arzt aufgesucht zu haben, sind es 2008 nur noch 36 Prozent.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Check-up: Leberwerte vorsorglich kontrollieren
Mindestens 5 Millionen Bundesbürger sind leberkrank, doch die meisten ahnen nichts davon. Denn eine kranke Leber schmerzt nicht. Erste Warnzeichen für ein verborgenes Leiden sind nur unspezifische Symptome wie Müdigkeit oder ein Druckgefühl im Oberbauch. Organisationen wie die Deutsche Leberhilfe und die Deutsche Leberstiftung fordern deshalb die Bevölkerung dazu auf, beim Haus- oder Facharzt vorsorglich die eigenen Leberwerte kontrollieren zu lassen. „Lebererkrankungen wie Fettleber oder eine Virushepatitis könnten so früh erkannt und erfolgreich behandelt werden, bevor sie in eine chronische Entzündung der Leber übergehen“, sagt Prof. Dr. med. Michael Peter Manns, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung.
Eine einfache Blutuntersuchung gibt Aufschluss, ob die Leber richtig arbeitet oder vielleicht durch eine Erkrankung angegriffen ist. Der wichtigste Indikator dafür ist der GPT-Wert. Ist er oder ein anderer Leberwert erhöht, sollte die Ursache unbedingt abgeklärt werden. „Leberwerte sind mit einer Alarmanlage vergleichbar“, erklärt Prof. Dr. med. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberhilfe. „Wenn die Alarmanlage losgeht, sollte der erste Gedanke sein, warum der Alarm ausgelöst wurde und nicht, wie man ihn abstellt.“ Neben Übergewicht und Alkoholmissbrauch sind es vor allem Infektionen mit Hepatitis-Viren, die der Leber zusetzen. Aber auch Erbkrankheiten wie die Eisenspeicherkrankheit, Autoimmun-Erkrankungen oder Vergiftungen, zum Beispiel durch Medikamente, können die Ursache für erhöhte Leberwerte sein.
Quelle: Redaktion apotheken.de
COPD: Raucherlungen besonders gefährdet
Lungenerkrankungen wie die COPD (chronisch obstruktive Bronchitis) und das Lungenemphysem, im Volksmund oft auch als Blählunge oder Raucherlunge bezeichnet, sind global auf dem Vormarsch. Allein in Deutschland sind derzeit rund 5 Millionen, in Österreich ca. 1 Million und in der Schweiz mehr als 350.000 Menschen an COPD erkrankt – Tendenz steigend. Man spricht bereits heute von einer der „am meisten unterschätzten Volkskrankheiten“. Nach den Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2004, ist die COPD derzeit weltweit die vierthäufigste Todesursache. Die Anzahl der Betroffenen wird in Deutschland auf rund 4 bis 5 Millionen Bundesbürger geschätzt.
Die COPD ist durch eine Enge der Atemwege charakterisiert, die durch die chronische Bronchitis und den Verlust an Lungengewebe (Zerstörung der Lungenbläschen, Emphysem) bedingt ist. Anders als bei Asthma kommt es nicht zu typischen Atemnotsanfällen, z.B. während der Allergiesaison, sondern zu einem Fortschreiten der Krankheit mit zunehmender Atemnot, Husten und Auswurf. Auslöser ist neben häufigen Infekten meist das Zigarettenrauchen, es können aber auch Nichtraucher betroffen sein. Risikofaktoren sind in solchen Fällen die genetische Veranlagung, Störungen des Lungenwachstums, berufsbedingte Belastungen durch Stäube, die allgemeine Luftverschmutzung sowie häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit. Eine COPD kann nicht geheilt, sondern nur ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden.
Quelle: Redaktion apotheken.de
Gesundes Leben
Hautpflege: Bei Kälte fettreiche Cremes verwenden
Die Hautpflege im Winter unterscheidet sich von der in wärmeren Jahreszeiten. „Gerade im Winter braucht unsere Haut besondere Pflege, um ihr natürliches Gleichgewicht zurück zu bekommen“, betont Apotheker Hans-Günter Friese, Präsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. „Sinnvolle Hautpflegemittel enthalten neben Fett auch Feuchthaltefaktoren. Diese Substanzen speichern das Wasser in der gesunden Haut", erläutert Friese. Cremes für trockene Haut enthalten als Feuchthaltefaktoren oft Harnstoff, Kollagen oder Aloe vera. Tipp des Apothekers: „Verzichten Sie auf Peelings im Gesicht, benutzen Sie stattdessen rückfettende Cremes.“
Zur kalten Jahreszeit können Tages- und Nachtpflege getauscht werden: „Tagsüber sollte eine fettreichere Nachtcreme mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion verwendet werden. Der Fettglanz kann mit einem Puder mattiert werden. Nachts hingegen spendet eine Tagescreme Feuchtigkeit", so Friese. Ein heißes Vollbad im Winter belastet die Haut zusätzlich, indem es ihr Fett entzieht. Dagegen helfen fettende Badezusätze aus der Apotheke, die die Haut vor dem Austrocknen schützen. Nach dem Baden sollte die Haut mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion eingecremt werden. Friese: „Noch besser ist es für die Haut, wenn man statt eines Bades kurz duscht. Für Duschgel gilt wie für Badezusätze: Je ölhaltiger, desto besser."
Quelle: Redaktion apotheken.de
Forschung
Broccoli: Gut gegen Bauchspeichelkrebs
Broccoli ist nicht nur reich an Mineralstoffen und Vitaminen, sondern auch an einem Wirkstoff gegen Krebsstammzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebs: Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben entdeckt, dass der Broccoli-Inhaltsstoff Sulforaphan resistente Tumorstammzellen in Pankreastumoren verwundbar macht. Rund 12.650 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem Pankreaskarzinom, einem äußerst aggressiven Tumor der Bauchspeicheldrüse. Häufig wird die Erkrankung erst spät bemerkt. Nur wenige Patienten überleben die Diagnose länger als ein Jahr.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitun
Sterblichkeit: Fettverteilung bedingt Risiko
Starkes Übergewicht, ein großer Taillenumfang aber auch ein Körpergewicht am unteren Ende des Normalbereichs sind bei Menschen um die Fünfzig mit einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko verbunden. Das geringste Risiko haben Frauen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 24,3 und Männer mit einem BMI von 25,3. Das sind die Ergebnisse der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC), eine der größten europäischen Langzeitstudien weltweit. Die Studiendaten belegen, dass neben dem Körpergewicht auch die Fettverteilung für das Sterblichkeitsrisiko von Bedeutung ist. Grundlage der Untersuchung bilden die Daten von 359.387 Teilnehmern aus neun europäischen Ländern
Das Bauchfett sei nicht nur ein Energiespeicher, sondern es produziere auch Botenstoffe, die die Entwicklung chronischer Erkrankungen fördern, so Tobias Pischon, Erstautor der Studie.. Dies könne zum Teil erklären, warum auch schlanke Menschen mit einem niedrigen BMI aber großem Taillenumfang ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko besäßen. In der vorliegenden Studie hatten Schlanke mit viel Körperfett im Bauchraum ein ebenso großes Risiko wie stark Übergewichtige. „Unsere Ergebnisse unterstreichen damit die Notwendigkeit, auch bei normalgewichtigen Personen die Körperfettverteilung durch eine Messung des Taillenumfangs oder des Taillen-/Hüftumfang-Quotienten zu ermitteln. Eine Einschätzung anhand des BMI oder des Taillenumfangs allein ist nicht ausreichend“, ergänzt Heiner Boeing, Leiter der Potsdamer EPIC-Studie.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Arzneimittel
Antibiotika: Ausreichend lange einnehme
Patienten, die von ihrem Arzt Antibiotika verordnet bekommen, sollten diese nicht vorzeitig absetzen. Antibiotika sind meist gut verträglich und sollten ausreichend lange eingenommen werden. „Apotheker geben gerne auch bei Antibiotika Hinweise zur Einnahmedauer und zu möglichen Wechselwirkungen, etwa mit Lebensmitteln oder anderen Medikamenten“, so Magdalene Linz, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Antibiotika werden meist nur kurzfristig eingesetzt und sollten von Patienten zuverlässig eingenommen werden. Wird die empfohlene Einnahmedauer unterschritten, kann es zu einer Resistenz kommen. In Deutschland hat sich die Rate der Resistenzen innerhalb der letzten fünf Jahre um bis zu 15 Prozent erhöht.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Gesundheitsreform
Krankenkassen: Zunächst keine Zusatzbeiträge für Versicherte
Die befürchteten Zusatzbeiträge für viele Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen bleiben mit der Einführung des Gesundheitsfonds zum Jahreswechsel zunächst wohl aus. In einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP erklärte keine der großen Kassen in Deutschland, dass sie die Erhebung einer entsprechenden Gebühr plane. Für ostdeutsche Versicherte rechnet das Bundesgesundheitsministerium sogar mit Rückerstattungen. Der Gesundheitsfonds soll die Finanzierung der Kassen umkrempeln. Ab 1. Januar gilt für alle rund 200 Krankenkassen ein einheitlicher Beitragssatz von 15,5 Prozent. Die Krankenkassen erhalten für ihre Versicherten Zuweisungen, die sich nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand ausrichten
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
|
|
|
|
|