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Essen für Senioren: Wenn nichts mehr schmeckt
Geruchs- und Geschmackssinn lassen im Alter nach. Das kann zu Problemen mit der Ernährung führen. Ein paar Tipps helfen Senioren gegen Appetitlosigkeit.
Mit dem Alter nimmt die Leistung der Sinnesorgane ab. Betroffen sind auch Geruch, Geschmack und das Gefühl für die Beschaffenheit von Speisen. Durch eine abnehmende Sehkraft kann der farbliche Eindruck von Gerichten verändert sein und alles wirkt Ton in Ton. Erst eine deutlich erhöhte Konzentration als bei jüngeren Menschen lässt das Essen süß, sauer, salzig oder bitter schmecken. Medikamente und Krankheiten können zusätzliche Ernährungsprobleme verursachen, wenn die Mundschleimhaut sich verändert, Speichel verstärkt oder vermindert fließt, Risse und Schwellungen auftreten und Zunge oder Zähne erkranken.
Das Auge isst mit
Aussehen, Geschmack und Geruch von Speisen spielen beim Genießen eine große Rolle. Farbenfrohes, gut gewürztes Gemüse und frische Kräuter auf einem stimmungsvoll gedeckten Tisch wecken die Lust auf das Essen. Blumenschmuck und schönes Geschirr trägt zum Genuss bei. In Streifen geschnittene rote Paprika und Tomatenstücke peppen jeden Aufschnitt-Teller auf. Mit frisch gehackter Petersilie garniert, schmecken Salzkartoffeln gleich doppelt so gut. Ruhige Musik im Hintergrund schafft zusätzlich eine entspannte Atmosphäre, in der das Essen gleich besser schmeckt. Und natürlich sollte man sich Zeit zum Essen und Genießen nehmen, denn Hektik verträgt sich schlecht mit Freude am Essen. Wer noch selbst kochen kann, sollte öfter ein neues Rezept ausprobieren. Auch Gesellschaft fördert den Appetit: Beim geselligen Miteinander bekommen viele Senioren wieder Spaß am Essen.
Ernährungstipps bei Kaustörungen
Bei Mundtrockenheit, Zahnproblemen und Entzündungen im Mund fällt das Kauen und Schlucken schwer. Das führt häufig dazu, dass weniger gegessen wird, der Obst- und Gemüsekonsum nimmt ab und das Risiko für Mangelernährung erhöht sich. Deswegen sollte der Zahnstatus regelmäßig überprüft werden. Regelmäßige Mundhygiene verringert das Risiko von Entzündungen. Die Konsistenz des Essens sollte angepasst werden, das heißt Gemüse und Kartoffeln werden mit der Gabel zerdrückt und Fleisch klein geschnitten oder püriert. Harte Lebensmittel wie Obstschalen oder Brotrinden sollten entfernt werden. Das Lutschen von sauren Drops kann den Speichelfluss anregen. Bei Kau- und Schluckbeschwerden sind feste, bröselige und trockene Speisen weniger geeignet, als weiche, saftige Nahrungsmittel wie Suppen, Milchprodukte, weicher Käse, passierte Kost, Kartoffelbrei, Gemüse und Süßspeisen. Reichlich Trinken ist ein Muss.
Tipps für Senioren bei Appetitlosigkeit
- Immer dann essen, wenn Appetit da ist
- Lieber kleine Portionen alle paar Stunden zu sich nehmen, große Portionen schrecken häufig ab
- Starke Essensgerüche vermeiden: Räume gut lüften, die Speisen abdecken und erst kurz vor dem Servieren aufdecken
- Gekochte Gerichte etwas abkühlen lassen, dann ist der Geruch nicht mehr so intensiv
- Für zwischendurch immer kleine Snacks zur Hand haben, auch nachts
- Fertige Gerichte bereithalten, evtl. einfrieren/Mikrowelle, damit bei plötzlichem Appetit sofort etwas parat ist – bei langwieriger Zubereitung vergeht der Appetit häufig wieder
- Die Speisen appetitlich und mit Liebe anrichten, den Tisch hübsch decken
- Beim Kochen wenig würzen, beim Essen selbst nachwürzen
- Zwischen den Mahlzeiten trinken, nicht während des Essens, weil Flüssigkeit den Magen füllt und dann schneller satt macht
- Appetitanregende Getränke vorrätig haben: Obstsäfte und pikant gewürzte Gemüsesäfte, Milchmixgetränke, Sauermilchprodukte
- Ein Aperitif, etwa ein Gläschen Sherry oder Wermut 1 Stunde vor dem Essen getrunken, kann auf den Appetit Wunder wirken (nur wenn Alkohol erlaubt ist!)
Link im Internet
http://www.dge.de Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Foto: DAK
Quelle: PTAheute, Dr. Eva-Maria Schröder
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