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Nahrungsmittelallergie: Abwehr gegen Speis’ und Trank
Kribbeln, Luftnot, Blähungen: Überempfindlichkeiten gegen harmlose Lebensmittel sind oft schwer zu erkennen. Häufig treten Kreuzallergien auf und stiften Verwirrung.
Bei Nahrungsmittelallergien handelt es sich um eine Überreaktion des körpereigenen Immunsystems gegen bestimmte Proteine in Lebensmitteln. Sie sind bei etwa 1-3 Prozent der Erwachsenen und 4-6 Prozent der Kinder und Jungendlichen zu finden. Häufige Auslöser sind Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Weizen, Soja, Apfel, Nüsse und Sellerie.
Allergische Reaktionen können bedrohlich werden
Die allergischen Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein, beispielsweise verspürt man ein Kribbeln und Kratzen in Mund und Rachen, bekommt Nesselfieber, Hautekzeme, allergische Asthma oder Blähungen, Durchfall oder Erbrechen. Die Symptome treten meist innerhalb von 30-40 Minuten nach dem Verzehr des Lebensmittels auf, oft auch direkt nach dem Kontakt. Bereits kleinste Mengen des Allergens können im Einzelfall sehr heftige Reaktionen auslösen. Von Kreislaufstörungen über Hautsymptome und Erbrechen bis zum lebensbedrohlichen Schock reicht das Spektrum.
Kreuzallergien treten häufig auf
Lebensmittelallergien können in jedem Alter auftreten. Bei Säuglingen und jüngeren Kindern überwiegen die Allergien auf Kuhmilch, Hühnerei und Obst. Jugendliche und Erwachsene reagieren besonders häufig auf Obst, Nüsse oder Gewürze. Diese Verschiebung mit dem Alter hat einen Grund: Viele Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Baumpollen- oder Gräserallergie. Auf Grund botanischer und chemischer Verwandtschaften können sich dann zusätzlich Allergien auf pflanzliche Lebensmittel entwickeln. Sie werden als Kreuzallergie bezeichnet. So können Birkenpollenallergiker zum Beispiel gleichzeitig auch auf Äpfel, Kirschen, Pflaumen oder Nüsse allergisch reagieren.
Lebensmittel müssen gekennzeichnet sein
Trotz sorgfältiger Auswahl ihrer Nahrungsmittel erleiden viele Betroffenen häufig allergische Reaktionen, da das allergieauslösende Lebensmittel oft nicht erkennbar ist. Allergene wurden früher unbeabsichtigt verzehrt, weil sie oft nicht auf der Zutatenliste standen. Vollmilchschokolade konnte aber Spuren von Nüssen enthalten, in Würsten war Milcheiweiß und in Brühwürfeln Hühnereiweiß versteckt. Seit 2004 sind in der EU alle Lebensmittelhersteller verpflichtet die Bestandteile ihrer Produkte aufzuführen. Eine Nennung ist aber nicht erforderlich, wenn die Zutat in der Verkehrsbezeichnung genannt wird z.B. Erdnusscreme oder Weizenbier. Ausnahmen sind auch vor November 2005 hergestellte Lebensmittel, sehr kleine Portionspackungen und unverpackte Lebensmittel an der Wursttheke oder auf dem Wochenmarkt. Restaurants und Kantinen kennzeichnen keine allergenen Lebensmittel und Gewürzmischungen müssen nur angegeben werden, wenn sie zu mehr als zwei Prozent in einem Lebensmittel verarbeitet werden.
Für den Notfall vorsorgen
Ganz sicher können sich Allergiker also nie sein, darum sollten Allergiker immer ein Notfall-Set dabei haben. Notfallmedikament der Wahl ist Adrenalin in Form eines Autoinjektors. Bei akuten Atemwegsproblemen kann ein ß2-Mimetikum-Spray oder orales Antihistaminikum eingesetzt werden. Gegen Spätreaktionen wird mit Cortison-Saft vorgebeut.
Links im Internet
http://www.daab.de Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
http://www.allergiecheck.de Informationsseite der ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH
Foto: Klosterfrau
Quelle: PTAheute, Dr. Eva-Maria Schröder
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